• Roman

    Kristin Lavranstochter – Der Kranz von Sigrid Undset

    Es ist das 14. Jahrhundert in Norwegen. Kristin wächst auf dem Hof ihrer Eltern Ragnfried und Lavrans auf, geliebt, gehätschelt und verwöhnt. Doch es herrscht nicht nur eitel Sonnenschein. Ihre Mutter neigt zur Schwermut, ihre drei Brüder haben das Säuglingsalter nicht überlebt und als Kristin vierzehn ist, entdeckt sie, mittlerweile mit dem Sohn eines Nachbarn verlobt, dass sie Arne, ihren früheren Spielkameraden liebt. Als dieser getötet wird, beschließen die Eltern sie nach Oslo in einen Konvent zu geben, damit sie aus ihrer Schwermut kommt und andere Menschen trifft, bevor sie Simon heiratet. Dort begegnet ihr Erlend, der zwar von edler Geburt und sehr anziehend ist, doch auch ein ziemlicher Bruder Leichtfuss. Sie löst die Verlobung mit Simon und trotz ihren Eltern schließlich die Erlaubnis ab Erlend zu heiraten, was ihren Vater fast umbringt, da dieser den bisherigen Lebenswandel des zukünftigen Schwiegersohn nicht billigen kann und seinen Versprechungen sich zu bessern nicht glaubt. Mit der Hochzeit endet dieser Teil. Zwei weitere folgen. Der Kröner Verlag hat sich entschieden die drei Teile von Kristina Lavranstochter nicht, wie frühere Übersetzungen als Gesamtausgabe, herauszubringen, sondern, wie die norwegische Erstveröffentlichung, in drei Büchern. Band 2 „Die Frau“ wird im Herbst erscheinen.

    Gabriele Haefs hat alle drei Teile komplett neu übersetzt und dabei festgestellt, dass die frühere Übersetzung wahrscheinlich aus dem Dänischen gemacht wurde, da Ortsnamen und Titel dänisch benannt wurden, so dass nun vielleicht, es lässt sich ja nicht beweisen, die erste Übersetzung aus dem Norwegischen vorliegt.

    Die erste deutsche Ausgabe habe ich vor fast 50 Jahren gelesen und schon damals war ich tief beeindruckt von der Erzählkraft Sigird Undsets. Doch wie wundervoll diese Schriftstellerin Kristins Welt vor ihren Leser!nnen entfaltet, wurde mir erst jetzt bewusst, denn diese Übersetzung entfaltet die Sogwirkung die man sich beim Lesen wünscht, und so geht man auf Zeitreise in Kristins Welt. Schön auch, dass es Anmerkungen zu Namen und Orten gibt und eine kurze historische Erklärung der politischen Umstände zur Zeit in der die Geschichte spielt.

  • Krimi,  Roman

    Heute in der Post

    Heute hat die Postbotin einiges gebracht, was Anlass zur Freude gab. Tage an denen Bücher geliefert werden, sind immer gute Tage. Besonders wenn eines dabei ist auf das man sich besonders freut. Kristin Lavranstochter von Sigrid Undset ist so ein Buch. Der Alfred Kröner Verlag hat nun den ersten Teil der Trilogie herausgebracht. Die anderen beiden Teile folgen.

    Klappentext:

    Ein eigenwilliges junges Mädchen im Norwegen des 14. Jahrhunderts, der strahlende Liebling ihres Vaters und von diesem versprochen an den Sohn eines benachbarten Bauern. Ein Leben wie im Buche, bis sich der Tod ins Leben der jungen Kristin Lavranstochter schleicht und ein brutaler Mord ihr ihre Jugendliebe entreißt. Sie flüchtet ins Kloster – und verliebt sich Hals über Kopf in den schönen Erlend von Husaby, dem ein übler Ruf vorauseilt. Gegen alle Widerstände und obwohl sie damit ihren geliebten Vater fast umbringt, entscheidet sie sich dafür, diese Liebe zu leben.
    Sigrid Undsets ganz große Stärke ist die Charakterzeichnung, und so lachen und weinen, leiden und lieben wir mit der liebreizenden Kristin, einer starken Frau, die es mit der norwegischen Männergesellschaft des 14. Jahrhunderts aufnimmt und aufnehmen kann. Dass Undset für die Trilogie mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, ist nur konsequent.
    Gabriele Haefs hat Kristin Lavranstochter vollständig neu übersetzt. So kommen nun endlich auch deutsche Leser in den vollen Genuss von Undsets außergewöhnlicher sprachlicher Ausdruckskraft.

    Während es sich bei dem einen Buch um einen Klassiker handelt, ist das zweite ein Neuling. Der Auftakt zu einer neuen Krimiserie. Die Ermittlerinnen sind die Brontë-Schwestern ermitteln.

    Klappentext:

    Ein Mord ohne Leiche? Die Brontë-Schwestern ermitteln …
    Yorkshire, 1845: Ein mysteriöser Vorfall erschüttert das Anwesen Chester Grange. Die junge Gemahlin des Gutsherren ist über Nacht spurlos verschwunden, ihr Schlafzimmer verwüstet und voller Blut. Alles deutet auf ein schreckliches Verbrechen hin. Als Charlotte, Emily und Anne Brontë von dem furchtbaren Ereignis hören, sind sie entsetzt – aber auch fasziniert. Die drei Töchter eines Landpfarrers beschließen, das Rätsel zu lösen. Unbeirrt und allen gesellschaftlichen Konventionen zum Trotz verfolgen die Schwestern ihre Nachforschungen und geraten dabei sogar selbst in Lebensgefahr.
    »Elegant, witzig und absolut lesenswert – die Brontë-Schwestern wären bestimmt begeistert!« Rosie Walsh
    Die Brontë-Schwestern 1

    Also sehr viel Leckeres tummelt sich da und nun gilt es zu entscheiden. Ich werde mich also auf die Terrasse verziehen und überlegen, was ich zu erst lese. Vielleicht teile ich es auch auf, ein Buch für zum draußen lesen und eines als gute Nachtgeschichte. Jedenfalls ist das Gefühl die Wahl zu haben, einfach wunderbar.

  • Gedankenfetzen

    Es blühet …

    Es ist herrliches Wetter, noch nicht zu heiß und endlich nicht mehr kalt. Ich kann mich kaum noch an den Schreibtisch zwingen, so angenehm ist es auf der Terrasse. Zum Glück habe ich gerade viel zu nachzulesen für das Raunachtsbuch und das lässt sich ja gut auf der Terrasse erledigen. Da schweift der Blick denn immer mal zum Mohn, zur Iris oder zur Tulpe und was sonst noch so blühet und sprießet.

    Interessant auch die Regenwasserauffangvorrichtung, die der Hausbesitzer gerade baut, damit wir den Garten und alles draußen mit Regenwasser bewässern können. Es tut sich so vieles, auch bei mir. Dazu aber ein anderes Mal. Nun geht es wieder raus.

  • Gedankenfetzen,  Schreiben,  Spirtualität

    Braunsches Dilemma

    Viele Jahre habe ich von Tarotberatungen gelebt und immer gedacht, das ist es. Das ist das was ich machen will, das ist das worin ich wirklich gut bin. Ja, ich habe auch geschrieben, aber nie mit dem Punkt auf veröffentlichen. Der Wunsch war natürlich da, aber auch tausend Gründe, warum es nicht geht. Warum das für mich nicht in Frage kommt. Einmal stamme ich aus einem Elternhaus, das einen künstlerischen Beruf mit Nixtun gleichsetzt. Zugegeben von der Tarotsache hielten sie auch nicht viel, aber immerhin konnte ich davon wenigstens leben. Dann begann ich neben den Beratungen mit dem Bloggen und Rezensieren, und so nach und nach nahm das Schreiben mehr und mehr Raum ein. Dazu kam noch, dass ich mich nach einer sehr dunklen Phase in meinem Leben nicht mehr in der Lage sah, anderen zu helfen ihren Weg zu finden. Auch wurden die Kontakte während dieser Zeit zu anderen Schreibenden stärker, und ich war kaum noch in Sachen Tarot unterwegs.

    Sicher, ich feierte weiterhin den Jahreskreis und Raunächte und zog so dann und wann mal eine Karte, aber das war es auch. Doch seit einigen Monaten ist es, neben dem Yoga, Routine geworden, morgens Karten zu ziehen, nicht als Zukunftsvorhersage, dass klappt eh nicht (und so waren auch die Beratungen nicht angelegt), sondern als Standortsbestimmung und Meditationsthema. Anschließend schrieb ich noch meine Morgenseiten. Ein schöner Tagesbeginn halt. Doch je mehr Raum spirituelle Themen und Praxen wieder Raum einnahmen, je mehr geriet ich in ein Dilemma. Anscheinend konnte ich es nicht zusammenbringen, immer hatte ich das Gefühl, ich müsste entweder oder. Das führte dann eben auch zu getrennten Blogs. Wie gesagt ich schien diese Elemente meines Lebens nicht verbinden zu können. Auch habe ich in all den Jahren, die ich nun schreibe und „was mit Büchern mache“, nie den Wunsch verspürt über Spiritualität zu schreiben. Bis vor kurzem. Das nächste Einzelprojekt wird also ein Raunachts-Buch. Alles fing mit einem Satz an, der während einer Meditation auf einmal da war: Von rauen Nächten, will ich euch erzählen … Vielleicht ist es nun so weit und ich habe die Verbindung gefunden.

  • Roman

    Melvil oder Das verfügbare Gedächtnis von Gabriela Muri

    Melvil Given ist oberflächlich betrachtet ein sehr erfolgreicher Mann. Er ist Mitte dreißig und erklimmt die Karriereleiter mit Riesenschritten. Doch auch so ein wichtiger Mensch muss einmal schlafen, und dazu will er die acht Stunden Flugzeit nach Chicago nutzen. Doch ein so wichtiger Mensch, ist auch nicht gegen Mitreisende gefeit, die einem eine Geschichte erzählen wollen … und es ist eine lange, eine schier endlose Geschichte … ein chinesisches Märchen, dessen Sinn sich ihm nicht gleich erschließt. Hätte er besser aufgepasst, dann wäre ihm vielleicht so einiges erspart geblieben. Melvil arbeitet in der prosperierenden Glasfaserübertragungs-Industrie und, quasi im Nebenerwerb, ist er an der Entwicklung einer halluzinogenen Zigarettensorte beteiligt, die den absolut echten Farbrausch beim Fernsehen bescheren soll. Dafür lässt er schon mal seinen kanadischen Wald abholzen und eine Fabrik bauen. Doch Melvil hat ein Grundproblem, er ist so auf das fixiert was via Maschine möglich ist, dass er nie danach fragt, wie es wirklich funktioniert und so verliert er sich in seinen Projekten und Fantasien, während die versprochenen Farbräusche ausbleiben, seine Welt immer trister wird und schließlich zum Testbild verkommt.

    Es ist eines der Bücher, die sehr nachdenklich machen und von denen man sich wünscht, man hätte sie vor der Nutzung von Internet und digitaler Medien gelesen. Denn der Gedanke, es wir alle in dieser Beziehung ein wenig Melvil sind, drängt sich auf. Gabriela Muri hat da einen wundervoll surrealen Roman geschaffen, der die Realität in der wir uns befinden sehr deutlich macht.

  • Gedankenfetzen,  Hörbuch

    Matt Haig – Für mich eine neue Entdeckung

    Es ist nun nicht so, dass ich den Namen Matt Haig nie gehört hätte. Ganz so schlimm nun doch nicht. Allerdings war da immer die Verbindung zu Bestsellern. Ich und die Menschen (Übersetzerin: Sophie Zeitz-Ventura) wurde zum Beispiel so gehypt, dass ich das sich mein kaum erwachtes Interesse wieder verflüchtigte. Sogenannte Bestseller machen mich immer leicht misstrauisch und sind sehr oft auch reichlich enttäuschend.

    Dann erzählte mir jemand von Die Mitternachtsbibliothek (Übersetzerin: Sabine Hübner) und ich wurde neugierig. Da ich gerade ein Guthaben bei Thalia hatte, habe ich mir das Hörbuch geholt und war so begeistert, dass ich gleich noch Ich und die Menschen gekauft habe. Beide Bücher treffen einen Nerv bei mir. Sie sind herrlich surreal und erlauben einen Blick auf das Menschsein von einer fiktiven Außenperspektive. Doch natürlich habe ich auch was zu meckern. Es ist weniger eine inhaltliche Kritik, als eine formelle. Während ich Christoph Maria Herbst als Sprecher von Ich und die Menschen ausgesprochen passend finde, bin ich von Annette Friers Lesung von Die Mitternachtsbibliothek nicht so angetan. Werde wohl doch noch mal das Buch lesen.

  • Roman

    Das Antiquariat der Träume von Lars Simon

    Johan Andersson betreibt ein Antiquariat mit einem Literaturcafé auf dem Lande. Nach einem Fährunglück hat er seine Arbeit in einem renomierten Verlag aufgegeben und sich aufs Land zurückgezogen. Bei dem Schiffsunglück hat er Lina verloren. Die Frau, die trotz ihrer kurzen Bekanntschaft, die Liebe seines Lebens ist. Er kann die Hoffnung nicht aufgeben, dass sie das Unglück doch überlebt hat und nicht in der Ostsee ertrunken ist und so durchkämmt er ganz Schweden nach einer Lina Berglund, von der sich keine Spur findet. Zweifel kommen auf, ob es sie überhaupt gegeben hat? Oder ob sie ihn vielleicht belogen hat? Trotz gewisser Zweifel, kann er nicht aufgeben. Unterstützung, aber auch Hinderung, erfährt er durch seine literarischen Lieblingsfiguren, die er seit dem Unglück sehen kann und mit denen er rege Gespräche führt. William von Baskerville, Sherlock Holmes und Pippi Langstrumpf sind so mit von der Partie und das weiße Kaninchen aus Alice im Wunderland. Dann ist da noch die Geschichte mit einem geheiminsvollen Buch, das eigentlich auf dem Grund der Ostsee liegen sollte, aber doch wieder auftaucht.

    Soviel zum Inhalt. Die Idee ist auch wirklich gut und hat mich sehr angesprochen. Streckenweise nahm mich die Geschichte auch gefangen, aber eben nur streckenweise. Leider ist das Bedauern darüber, wieivel der Autor an Möglichkeiten verschenkt hat größer als die Freude an diesem Buch. Weder der Protagonist noch die literarischen Figuren kommen richtig zum Glänzen. Es gibt immer mal ein Aufflackern von Witz und Originalität, doch da wäre wahrlich mehr drinnen gewesen. Leider ist die Geschichte auch, bis auf wenige Ausnahmen recht vorhersehbar. Besonders der Stockholmbesuch hätte deutlich mehr Sorgfalt und Feinarbeit vertragen können. Schade drum.

  • Gedankenfetzen

    Morgenseiten

    Morgens schreibe ich in meinem Tagebuch, über meine Gedanken und Gefühle, hier lasse ich los, was raus muss, was ich loswerden will. Kurz, ich bringe den Müll raus. Manchmal ist es schwer das Gefühls- und Gedankenchaos in Worte zu fassen und doch ist es gut, es zu tun.

    Es gibt aber auch so Tage, da fliegen die Gedanken und Ideen förmlich und dann kommt die Hand kaum dem Hirn nach. Das sind die Sternstunden.

  • Gedankenfetzen

    Diesmal habe ich den Schlüssel …

    Wenn ich ein neues Projekt starte, sitze ich meistens vor dem Schloss einer Schatztruhe, in der alles enthalten ist, was es braucht, nur muss ich den passenden Schlüssel finden, um an das Material zu kommen. Diesmal ist es umgekehrt. Nun sitze ich mit dem Schlüssel in der Hand da und frage mich, wo die Truhe ist und ob sie, sollte ich sie finden, alles enthält, was ich brauche. Vielleicht brauche ich aber auch keine Truhe, kein Schloss und keinen Schlüssel, sondern sammele alles in einem Korb. Dann sortiere ich, was noch ein wenig lagern muss, was am besten frisch verarbeitet wird und was ich weitergeben kann, weil es jemand anderen mehr nützt. So viele Möglichkeiten die Sache anzugehen. Mal sehen, welche für dieses Projekt passt.

  • Eigene Bücher,  Kurzgeschichten,  Sagen und Märchen

    Sagenhafte Geschichten – Was Sagen sind, bestimmen wir!

    Dieser Beitrag ist sozusagen Werbung in eigener Sache. Nach unserer Anthologie Es war einmal und ist noch immer, ebenfalls bei Tredition erschienen, kann nun unser Sagenbuch bestellt werden. Wieder ist es eine bunte Mischung, die zu sammeln und editieren, sehr viel Spaß gemacht hat.

    Klappentext:

    Eine Sage entsteht dort, wo ein rätselhafter Vorgang die Aufmerksamkeit des Menschen erregt, mag dieser Vorfall sich in der Geschichte, in der Natur, im täglichen Leben abspielen. In schlichter Erzählung sucht die Sage die geheimnisvolle Begebenheit zu erklären. Die Sage soll in erster Linie erzieherisch wirken. „Ihr Wesen besteht darin“, so schreiben die Gebrüder Grimm, „dass sie Angst und Warnung mit gleichen Händen austeilt.“
    Das wäre zu den klassischen Sagen zu sagen – dann aber gibt es noch so sagenhafte Geschichten, die sich weder den Märchen noch den Sagen zuordnen lassen, und die finden sich in diesem Buch.

    Hier kann man schon mal einen Blick ins Inhaltsverzeichnis werfen:

    Das Buch ist mittlerweile auf den meisten Plattformen vorbestellbar, kann aber auch unter: maerchen@posteo.de direkt bei uns bestellt werden.